SV Blau-Weiß 91 Bad Frankenhausen – VfL Meiningen 04 9:6 (5:4)
HEIMSPIEL SCHREIBT THÜRINGENLIGA-GESCHICHTE
Die Partie des vergangenen Samstags zwischen dem SV Blau-Weiß 91 Bad Frankenhausen und dem VfL Meiningen wird den Zuschauern wohl noch lange in Erinnerung bleiben.
Für fünf Euro bekam man im Stadion an Wipper satte 15 Tore in einer Verbandsliga-Partie zu sehen, die historisch gesehen so torreich war, wie noch nie Eine zuvor.
Die Konstellation war klar: mit dem VfL Meiningen reiste ein „Angstgegner“ der Frankenhäuser in die Kurstadt. Denn schon vor einem knappen Jahr kam man gegen die Südthüringer im Testspiel mit 7:0 unter die Räder und auch im ersten Punktspiel, in der Hinrunde, unterlag man mit 3:0.
Die Gastgeber hatten bis dato also noch nie einen eigenen Treffer gegen die Meininger verbucht, was sich in den ersten Sekunden des Spiels bereits ändern sollte. Die Partie war kaum angepfiffen und schon fiel der erste Treffer. Der Angriff der Hausherren saß: Jerome Riedel belohnte sich für seine guten Leistungen. Ein Ball von Seal Gödicke landete zunächst bei Keeper Volklandt doch der unterschätze den Frankenhäuser Angreifer, schoss diesen an und der Ball landete, dank starkem Seitenwind im Tor der Meininger. (1’)
Doch damit nicht genug, eine Vielzahl an Zuschauern befand sich noch auf dem Weg vom Parkplatz auf den Kunstrasen und schon klingelte es das nächste Mal. Kevin Weber überlief die Meininger Abwehr mit viel Tempo, spitzelte den Ball an Volklandt vorbei und fand mit Carsten Kammlott einen Abnehmer, der den Spielstand nach zwei Minuten und sechzehn Sekunden bereits auf 2:0 stellte. (2’)
Das euphorisierte nicht nur das Frankenhäuser Team, sondern auch sämtliche Zuschauer auf und neben dem Platz – doch die Gastgeber ließen vom Tempo ab und erst in der 14. Spielminute gab es die nächste gute Gelegenheit für einen weiteren Treffer. Riedel war erneut zur Stelle, setzte seinen Abschluss aber knapp neben das Tor.
Auf der anderen Seite wachten nun auch die Gäste auf. Ein zu kurz geratener Pass landete im Lauf von Samimi, der sich daraufhin im eins gegen eins mit Christopher Sünkel befand. Doch der Frankenhäuser Schlussmann hielt sein Tor, zunächst, mit einer starken Parade sauber. (16’)
Die darauffolgende Ecke sollte dies aber ändern. D. Franke stand goldrichtig und erzielte den umjubelten 2:1 Anschlusstreffer. (19’)
Die Kurstädter wie ausgewechselt, spielten folglich wieder einen herausragenden Fußball, legten eine Schippe drauf und erhöhten erneut innerhalb von zwei Minuten mit einem erneuten Doppelpack. In der 20. Spielminute war es erneut Kammlott, der seiner Elf den nächsten Treffer bescherte. Diesmal bediente Sebastian Lobodasch den treffsichersten Frankenhäuser Spieler, der aus knapp zehn Metern nur noch einschieben musste. (20’)
Kammlott selbst zeigte sich dankbar und großzügig, setzte direkt im nächsten Angriff wieder an, bediente diesmal selbst Mitspieler Weber, der sich nun auch in die Torschützenliste eintragen durfte. Die Meininger, die zwei Minuten zuvor erst zum Anschluss trafen, mussten nun drei Tor aufholen. Zunächst hätten die Hausherren aber treffen können. Einen Freistoß von Erik Schneider parierte Volklandt in letzter Sekunde und auch beim erneuten Abschluss von Riedel hatten die Gäste Glück. (23’/28’)
Diese machten es dann aber besser und nutzen einen mühsamen Abschluss von Hummel zum erneuten Anschluss. (30’) Die Gastgeber legten acht Minuten später noch einmal nach und trafen zum fünften Mal vor der Halbzeit – ein Kopfball von Riedel gelang bei Kammlott, der diesen ebenso per Kopf verwertet und zum 5:2 traf. (38’)
Doch auch die restlichen sieben Minuten sollten die Zuschauer auf ihre Kosten kommen: immerhin bestraften die Meininger die Fahrlässigkeit der Heimelf noch einmal doppelt. Zunächst aber hätte Kammlott mit einem Lupfer fast das sechste Tor des Tages geschossen. Auf der anderen Seite, in der 42. Spielminute, war es aber erneut Franke, der für den VfL traf – diesmal mit einem präzisen Freistoß zum 5:3. Vor dem Seitenwechsel sollte noch ein weiterer Treffer fallen. Erneut war es eine Ecke, die die Gastgeber nicht gut verteidigten. M. Safradin, der nach einer vorangegangenen Tätigkeit noch auf dem Feld stand, verkürzte so aus nächster Distanz auf 5:4.
Mit diesen neun Treffern ging es also in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel verschlief die Ludwig-Elf den Start in Gänze. Erst ein Doppelschlag der Gäste und einige Wechsel brachten frischen Wind in das Spiel der Hausherren.
Davor drehte M. Safradin das Spiel aber einmal auf den Kopf. Sein Doppelpack in der 50. und 52. Spielminute brachte auf einmal die Gäste in Führung. Zunächst traf dieser aus der Drehung heraus, dann umkurvte er Sünkel, der an diesem Samstag von seiner Abwehr das ein oder andere Mal allein gelassen wurden.
Die Hausherren brauchten dennoch nicht lange um wieder einen Gang hochzuschalten. Dafür war vor allem die Einwechslung von Christian Bickel entscheidend. Dieser zeigte seine Qualitäten, tanzte vier Gegenspieler aus und setzte das Spielgerät in den Knick – der wohl schönste Treffer des Tages zum Ausgleich der Gastgeber. (56’)
Während bei den Gästen die Kräfte schwanden merkte man den Hausherren den notwendigen Willen an und die individuelle Qualität an, die man an diesem Samstag auch auf der Bank hatte. In der 68 Spielminute gelang Patrick Meier so sein erster Pflichtspieltreffer für die Frankenhäuser. Nach einer Vorlage von Weber nahm sich dieser ein Herz und tunnelte Volklandt sogar noch zum 7:6. Fünf Minuten später durften die Frankenhäuser Anhänger schon wieder jubeln – Patrick Meier setzte sich souverän durch, fand Kammlott, der den Ball perfekt für Christoph Kell bereit legte. Der Abwehrspieler erhöhte dankend auf 8:6 und machte schon fast den Deckel drauf. (73’)
Dennoch war noch über eine Viertelstunde zu spielen. Den Gästen aus Meiningen fiel nichts ein, man sah nur noch zu und so dauerte es nicht mehr lange, ehe auch noch der neunte Treffer für die Gastgeber fallen sollte. Es war erneut Kammlott, der mit seinem vierten Treffer endgültig den Sack zu machte. Helbings Vorlage nutzte Kammlott, chippte den Ball über Volklandt zum 9:6 Endstand. Auch wenn es dabei nicht hätte bleiben müssen, denn Selbiger hatte wenige Minuten später noch einen weiteren guten Abschluss, der in letzter Sekunde von einem Meininger Abwehrspieler geblockt wurde.
Dieses Spiel ist nun wahrhaft in die Geschichtsbücher eingegangen, denn noch nie gab es eine Thüringenliga-Partie, in der mehr Tore gefallen sind. Am Ende fühlt es sich für die Heimelf, die die vielen Gegentreffer dennoch verarbeiten muss, letztlich natürlich umso besser an, in dieser Partie letztlich als Sieger vom Platz gegangen zu sein.
Am Ende behaupten die Frankenhäuser drei wichtige Punkte, halten Meiningen damit weiter auf Abstand und reisen am kommenden Samstag zum nächsten direkten Konkurrenten nach Bad Langensalza.
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